Für diese Veranstaltung gelten die 3G-Regeln (Geimpft, Genesen, Getestet)
This event was held on the 16th of September 2021 | »DUNE« scored 8,3125 Genusspunkte| @ Filmpalast
Villeneuve meistert die Herkulesaufgabe, in Herberts ausuferndes Universum einzuführen, nicht ohne Anstrengung, aber mit Stil. Neben Christopher Nolan gehört er zu den wenigen Regisseuren, für die intellektueller Anspruch und Mainstreamkino kein Widerspruch sind. Und so webt er auch schon in dieser ersten Folge ökologische, feministische, religiöse und esoterische Fragestellungen mit ein, die in Herberts Werk einen großen Raum einnehmen. Ein in jeglicher Hinsicht vielversprechender Franchise-Auftakt, der zeigt: Die Wüste lebt – und das Kino auch.
RND
„Sollte Voldemort nicht eigentlich in Harry Potter sein?“ – Lennart, 2021
Für diese Veranstaltung gelten die 3G-Regeln (Geimpft, Genesen, Getestet)
This event was held on the 15th of September 2021 | »Stillwater« scored 7,64 Genusspunkte| @ Filmpalast
Er schlägt Löcher in altes Gemäuer, reißt Wände ein. Nicht um den Blick zu öffnen, um für ein Gefühl von Freiheit zu sorgen. Bill Baker ist ein einfacher Bauarbeiter, zu seinem Job gehört das Demolieren. Früher hat er auf Erdölfeldern gearbeitet.
Süddeutsche Zeitung
The Weeknd hat bei der Pepsi Super Bowl Halftime-Show selbst Matt Damon enttäuscht
Für diese Veranstaltung gelten die 3G-Regeln (Geimpft, Genesen, Getestet)
This event was held on the 15th of September 2021 | »Curveball« scored 7,66 Genusspunkte | @ Filmpalast
Wie sehr der Öffentlichkeit nach den Terroranschlägen des 11. Septembers das Blaue vom Himmel vorgelogen wurde, um den Einmarsch der US-Truppen im Irak zu rechtfertigen, davon erzählt die bitterböse Satire Curveball – Wir machen die Wahrheit.
Norddeutscher Rundfunk
Der Teamspeak ist offline – Im Situation-Room der JFK-Chefetage muss ein Schuldiger gefunden werden
This event was held on the 12th of September 2021 | »Doch das Böse gibt es nicht« scored 7 Genusspunkte | @ Scala
Nachdem wir bei »Promising Young Woman« dem Bösen ins Gesicht geblickt haben, mag der nächste Titel etwa irritieren: »Doch das Böse gibt es nicht«. 2020 gewann der noch immer im Iran mit politischem Haftbefehl gesuchte Regisseur Mohammad Rasoulof mit diesem geheim gedrehten Episodenfilm die Berlinale. Nach »A Man of Integrity« setzt er seine Auseinandersetzung mit moralischer Korruption und politischer Gewalt fort, diesmal mit Fokus auf einem besonders ernstem Thema: der Todesstrafe. Eindeutig eines der Highlights dieses Monats, eventuell ein Kandidat für die Jahres-Top-10.
This event was held on the 10th of September | »Air Conditioner« scored 7,25 Genusspunkte | @ JFK-Plaza 1
Wie sehr der Öffentlichkeit nach den Terroranschlägen des 11. Eine magisch-realistische Fabel aus den lautstarken Straßen Luandas: Air Conditioner ist ein schillernder Rausch der Farben und des Stils. Diese quixotische Odyssee spinnt eine poetische Meditation über das Erbe von Angolas kolonialer Vergangenheit in das Gewebe eines elektrisierenden Traums ein.
This event was hold on the 30th of August 2021 | »Lina from Lima« scored 6,33 Genusspunkte | @ JFK-Plaza 1
Writer-director María Paz González’s first feature takes a well-worn miserabilist trope out of the arthouse drawer – a domestic worker struggles with homesickness and faces economic inequality – and upcycles it with warmth and wit to make something quite original. It’s even funny and upbeat in its final lap.
Leslie Felperin in The Guardian
Der Doppel LO in der Flasch sieht aber verdammt dünn gemixt aus.
This event was hold on the 29th of August 2021 | »Martin Eden« scored 7,75 Genusspunkte | @ 3001
Genauso Highlight wird wohl »Martin Eden«. Eine italienische Umsetzung des legendären Romanklassikers von Jack London, über die Lebensgeschichte eines Seemanns und angehenden Schriftstellers in Zeiten des auflammenden Sozialismus. Schon seit Venedig gefeiert kommt die epische Verfilmung über den Freiheitskampf endlich nach Deutschland und rangiert ganz vorne unter den Jahresfavoriten. Besonders die herausragende Leistung von Hauptdarsteller Luca Marinelli bejubelte man überall und wurde mit Preisen überhäuft.
Joris
Nachnussige Klarheit vor Silhouette des Hamburger Hafen nach Durchquerung des Eurotunnels
This event was hold on the 29th of August 2021 | »The Father« scored 9,5 Genusspunkte | @ Savoy
Ihr seid zu alt für den Scheiß? Wisst ihr wer auch alt ist? Anthony Hopkins. Für seine bewegende Verkörperung des dementen Anthony in »The Father« erhält der legendäre Hannibal-Lecter-Darsteller seinen zweiten Oscar. Das kleine intime Drama war aber noch für fünf weitere Academy Awards nominiert und erhielt etliche weitere Preise. Hopkins ist jedoch nichteinmal die einzige Koryphäe, sondern hat auch noch Oscarpreisträgerin Olivia Colman (»The Favourite«, »Fleabag«) an seiner Seite. Da dürfte es Tränen, aber auch Genusspunkte regnen.
Joris
Wenn die BauCons-Event-Abrechnung kommt und man erfährt, dass die Teslafahrt doch nicht inklusive war.
This event was hold on the 28th of August 2021 | »Candyman« scored 3,33 Genusspunkte | @ Filmpalast
This is horror with grandeur, a movie that pays homage to history and feels so of-the-moment as to seem fresh out of the lab…Candyman, the glossiest horror movie in ages, isn’t just horror. It’s horror that reaches for the Latin in that MGM (which produced the original film and gets co-credit here) logo we see in the opening credits — “Ars gratia artis,” “art for art’s sake.”
Roger Moore in Movie Nation
Lennart war glücklich, den GameStop-Deal mit einem Handschlag abschließen zu können. Doch irgendetwas sagte ihm: die Sache hat einen Haken.
Nachdem im Juli und August der Karren randvoll mit allerlei Waren fernster Länder hinter Orient und Ozean war, lässt die September-Ladung geschmeidig in den Kofferraum wuchten. Diesmal auch wenig Exotik, wenig Kunstkino, viele weiße Männer in Action. Zumindest, wenn »The Painted Bird« wirklich nicht nach Hamburg kommen sollte. Dazu würde ich mich sonst nochmal melden. Aber auch ohne den tschechischen Leviathan, haben wir zwei Giganten in petto. Zwei Mal vier Buchstaben, beide Male an dritter Stelle ein N: »Dune« und »Bond«.
Zuvor bleiben wir aber in der unmittelbaren Realität. Es braucht nämlich gar nicht immer Weltraumkrieger und Superagenten. Manchmal braucht es auch nur einen einfachen Mann, den Bohrarbeiter Bill Baker. Wegen Mordverdachts wird seine Tochter während des Auslandstudiums in Südfrankreich inhaftiert. Als Bill nun deshalb nach Europa reist, muss der Amerikaner feststellen, dass die Sache komplizierter liegt als erhofft. Nicht nur wird der Justizfall immer auswegloser, vor allem verfängt sich Bill in einem ganz persönlichen Kampf um sein amerikanisches Heldentum. Ergo ist »Stillwater« kein bloßer »Taken«-Abklatsch, sondern durchaus auch eine kritische Reflexion des patostriefenden Man-on-a-Mission. Der auf einem echten Fall basierende Thriller wurde in Cannes extrem kontrovers aufgenommen, aber gerade das macht ihn nicht uninteressant. Zumal Regisseur Tom McCarthy mit seinem oscarprämierten Journalistendrama »Spotlight« mehr als überzeugen konnte. Außerdem scheint Matt Damon (»Bourne«-Reihe, »Good Will Hunting«, »Ocean’s«-Trilogie, prägnant erwähnt in »Team America: World Police«) endlich mal wieder richtig aufzudrehen.
Ziemlich einheitlich dürfte die Vorfreude auf »Dune« sein. Anfang September wird er in Venedig seine Weltpremiere feiern, aber die Zeichen könnten für die Neuverfilmung von Frank Herberts legendärem Sci-Fi-Roman kaum besser stehen. Nicht nur liest sich der Cast aus Timothée Chalamet, Rebecca Ferguson, Oscar Isaac, Josh Brolin, Zendaya, Javier Bardem, Chang Chen, Dave Bautista, Jason Momoa, Stellan Skarsgård und Charlotte Rampling wie ein Wunschzettel für Weihnachten und Geburtstag. Es sitzt vor allem Denis Villeneuve (»Arrival«, »Sicario«, »Prisoners«), Preisträger der Platinum Schnecke als Regisseur des Jahrzehnts, im Regiestuhl. Als Beigabe gibt es noch Bilder von Greg Fraiser (»Rogue One«, »Vice«) und Musik von Hans Zimmer (»Inception«, »Interstellar«, »The Dark Knight«), der für dieses Projekt Nolan die Zusammenarbeit für »Tenet« abgesagt hat. Obwohl »Dune« eine berüchtigte Herausforderung ist, stehen die Zeichen für den Film des Jahres also verdammt gut. Dennoch: obwohl das Epos über fürstliche Schlachten, Wüstenplaneten und riesige Sandwürmer sich über 155 erstreckt, ist es sogar nur die erste Hälfte der geplanten Endvision. Damit wir die Vollendung auch gefahrlos erhalten: Alle rein. Pflichtfilm wäre wohl noch untertrieben.
Aber schalten wir nochmal einen Gang runter. Sowohl Villeneuve als auch Herbert sind eher für verhaltenen Humor bekannt, weswegen eine Kontrastkomödie wohl ganz wohltuend sein sollte. Und genau das kann ich mit »Curveball« anbieten. Die deutsche Groteske erzählt von dem wahren Fall eines Asylbewerbers, der Anfang 2000 dem BND erzählt, er sei im Irak an der Herstellung von Anthrax beteiligt gewesen. Durch eine unglückliche Verkettung von Idiotie führt die haarsträubende Behauptung schließlich zum Einmarsch der USA in den Irak 2003. Schwarzhumorige Satire mit sehr viel trockener Lakonie. Definitiv nicht die üblich dröge deutsche Geschichtsstunde, sondern erin ziemlich vielversprechend schräger Spaß.
Den Deutschen traut man keine Comedy zu? Na gut, dann vielleicht den Dänen. Die bewiesen ja nicht zuletzt mit »Adams Äpfel« oder »Dänische Delikatessen« ihr Talent für rabenschwärzeste Komik mit herzlicher Skurrilität. Der Regisseur der beiden Genannten, Anders Thomas Jensen, ist nun zurück und hat erneut Mads Mikkelsen im Gepäck. Dieser spiel in »Helden der Wahrscheinlichkeit« einen bärtigen Armeeveteran, der nun auf Rache für den Tod seiner Frau bei einem Anschlag sinnt. Unterstützung bekommt er dabei von einer bizarren Truppe Spinner und unscheinbarer Außenseiter, die ihn auf die Fährte einer üblen Bikergang bringen. Angenehm exzentrisch gelingt Jensen ein weiterer Hit in seiner Heimat, der auch im Rest der Welt überall bejubelt wird. Die Wahrscheinlichkeit für einen guten Abend scheint mir da sehr hoch.
Genug gekichert, zurück zum Ernst. In »Schachnovelle« geht es um einen Wiener Anwalt, der 1938 vor den Nazis über den Atlantik in die Staaten fliehen will. Jedoch wird seine Frau von der Gestapo festgenommen, was den ihn in die Zwickmühle bringt, mit den Deutschen zu verhandeln. Er findet schließlich einen Ausweg zum gerechten Duell: Schach. Bevor nun jeder weiterscrollt Och nee, kein deutsches Nazidrama, sei erläutert, warum das Projekt so vielversprechend ist. Zum einen ist da das Ensemble, was mit Oliver Masucci (»Er ist wieder da«), Birgit Minichmayr (Preisträgerin der Goldenen Schnecke; »Alle anderen«, »Das weiße Band«) und Albrecht Schuch (»Berlin Alexanderplatz«, »Systemsprenger«) ziemlich beeindrucken kann. Zum anderen dient aber Stefan Zweigs gleichnamige Novelle als Vorlage. Nicht nur gilt Zweig als einer der bedeutendsten Literaten der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhundert. Seine Schriften dienten unter anderem als Vorlage für »Grand Budapest Hotel«, dessen Erzähler ihm nachempfunden ist. Und jene, die nach »Queen’s Gambit« Schachfans geworden sind, kommen vielleicht auch noch ihre Kosten. Wenn das keine matt-setzenden Argumente sind.
Wer wohl keine Argumente mehr braucht: Bond, James Bond. Endlos verschoben, soll er jetzt endlich am Monatsende in die Kinosäle kommen. Es dürfte klar sein, was einem erwartet. Atemberaubende Agentenaction, schöne Frauen, coole Sprüche. Jeder dürfte wohl schon vor Monaten, vielleicht Jahren entschieden haben, ob er mit will, also müssen gar nicht mehr viele Worte verloren werden. Entweder man ist geschüttelt oder gerührt. Ich freue mich jedenfalls sehr, dass es endlich Zeit für »No Time to Die« ist.
Für unseren einzigen Online-Start gehen wir auf einen ganz kleinen Maßstab zurück. In »Anne at 13,000 Ft.« geht es um den Alltag einer jungen Frau. Das wars auch schon. Der Film fängt den Stress, den Druck und die scheinbar simplen Herausforderungen des Lebens sehr genau und empathisch ein. Ein kleines, intimes Charakterporträt aus Kanada, dass mit seinen dynamischen Bildern und der herausragend authentischen Hauptdarstellerin beim Filmfestival von Toronto Kritiker und Publikum gleichermaßen für sich gewinnen konnte. Die bezaubernde Perle bringt uns MUBI zum Ende des Monats.
So, immerhin noch eine Frau in die Männerriege bekommen. Nichtsdestotrotz sollte wohl sowieso für jeden etwas dabei sein. Von Hochspannung bis Lachabend ist alles dabei, von Indie-Drama bis Blockbusterspektakel wird abgeliefert. »Dune« stellt wohl alle in den Schatten, aber der Rest muss sich nun auch nicht verstecken. Gebt vielleicht auch den deutschen Kandidaten bei Interesse mal eine Chance. Mehr bleibt auch gar nicht zu sagen, außer dass dies der letzte Monat sein wird, in dem der JFK-Präsident vollständig anwesend sein wird. Danach ist die Kompanie weitgehend auf sich gestellt. Aber keine Angst: die Monatsabrisse werden weiter professionel geliefert. Denn wie ich aus jahrelangem Battlerapstudium gelernt habe: auf die Delivery kommt es an.
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