Preisverleihung der Goldenen Luxusburger 2024 vom 26.12.2024
Renovierung im Filmpalast Lüneburg
Aktuell laufen im Filmpalast Renovierungsarbeiten. Diese sollen bis circa Mitte November andauern und bieten einen neuen Tresenbereich sowie ein erneuertes Kino 1.
„Popcorn. Geschüttelt. Nicht gerührt.“
Der Tresenbereich wurde komplett abgebaut und befindet sich derzeit im Neubau. Hier bleibt gespannt abzuwarten, wo sich in Zukunft Eisköniginnen- und Drachenzaubereis erwerben lassen.

„Hilfe mein Stuhl wackelt“
Was auf ersten Blick bedenklich klingt, ist ein neues Feature des Filmpalast Lüneburg. Seit dem 31.10.2024 gibt es im Filmpalast D-BOX Sitze, welche sich in 6 Richtungen bewegen können. Diese finden sich im Kinosaal 1 in Reihe D, also dem größten der acht Säle des Kinos. Der Aufpreis für dieses Erlebnis liegt aktuell bei 7,00€.

Preview Oktober
Werte Vereinsmitglieder,
Eigentlich müsste ich die verlorene Zeit erstmal suchen, doch da wir morgen ins Handelsregister eingetragen werden, lasse ich mich von keinem Stress entmannen und blicke mit euch in den endgültigen Herbsteinbruch. Und mein Gott, haben wir viel zu tun.
Es gibt ein großes Festivalroulette. »The Beast« hat Lua schon letztes Jahr in Hamburg gesehen, ich kurz danach in Wien, bei zusammen mit Regisseur Bertrand Bonello (»Zombi Child«, »Nocturama«). Der ist als französischer Arthouse-Querkopf berüchtet und auch dieser neue Film ist gelinde gesagt erstaunlich. Léa Seydoux (»Spectre«, »Dune 2«) und George MacKay (»1917«) lieben sich über drei Zeit- und Realitätsebenen, vom Jahrhundertwendefrankreich bis in eine dystopisch kalte Zukunft. Von Historienromanze bis Psychohorrorthriller durchkreuzen sie dabei auch aparte Genres. Ob dabei alle Ebenen gleich geglückt sind, darüber streiten sich die Gelehrten. Film des Jahres bis HÄ???, das muss man selbst herausfinden. Sehenswert ist er unbedingt.
Ebenso sehenswert ist der Berlinale-Gewinner »Dahomey« von Mati Diop (»Atlantique«). Da fragt die senegalesisch-französische Nachwuchsmeisterin, ob die Rückführung der Benin-Statuen aus Europa in ihre Heimat eigentlich so geglückt gelaufen ist. Kurze, wichtige Doku, magische Bilder, kluge Diskussionen.
Wahrscheinlich nicht so klug werden die Diskussionen um »Joker 2: Folie à Deux« sein. Der Feuillton in Venedig war auch eher gelangweilt. Dennoch muss die Musical-Fortsetzung zum prä-pandemischen Mega-Erfolg mit Joaquin Phoenix (»The Master«, »Her«) und Lady Gaga (»A Star is Born«, »House of Gucci«) hier wohl erwähnt werden.
Gewonnen in Venedig hat »The Room Next Door«. Der Spanier Pedro Almodóvar (»Leid und Herrlichkeit«, »Parallele Mütter«) hat sich das erste Mal auf englische Zungen gewagt, zusammen mit Julianne Moore (»The Big Lebowski«, »Magnolia«) und Tilda Swinton (»Three Thousand Years of Longing«, »Memoria«). Die beiden sind zwei Freundinnen, die sich länger aus den Augen verloren haben und sich nun beim Wiedersehen so einiges zu erzählen haben. Sie reisen noch einmal durch ihre Vergangenheit und alles, was sie lieben. Ein charmantes Duett, locker geplaudert. Perfekt für den Herbst.
Noch ein kleiner Film mit Innenräumen: »Der Spatz im Kamin« ist der neue Film von meinem schweizer Liebling Roman Zürcher, der den JFK einst mit »Das Mädchen und die Spinne« schon beglückte. Ein Riesenerfolg in Locarno, geht das locker-sommerliche Psychodrama erneut in die Tiefe eines Familieninnenlebens. Was Zürcher neben seiner genauen Bildgestaltung ausmacht, ist sein trockener Humor, seine lyrische Versponnenheit und vor allem das genaue Beobachten der alltäglichen Beiläufigkeiten. Und ein Hang zur überraschenden Exzentrik. Für mich eines der beiden großen Highlights diesen Monat.
Der andere ist natürlich der Cannes-Gewinner »Anora«. Sean Baker (»Red Rocket«, »The Florida Project«) erzählt wieder die Story einer Prostituierten, die in Brooklyn in ihr eigenes, kleines Aschenbrödel-Märchen reinstolpert – mit einem russischen Oligarchen. Ein luminiszenter Bilderrausch mit unverbraucht leidenschaftlichen Darstellern, die Crème de la crème des US-Indie-Sozialrealismus. Für mich Anwärter auf den Film-des-Jahres-Titels.
Eine der am schnellsten verpufften Kontroversen des Jahres hatte »The Apprentice«, der neue Film von Ali Abbasi (»Holy Spider«, »Border«) mit Sebastian Stan (»The Falcon and the Winter Soldier«, »Fresh«), Jeremy Strong (»Succession«, »The Big Short«) und Maria Bakalova (»Borat II«). Ein Film über: Trump. Passend zur Wahl. Da hat sich der Ex-Präsident direkt auch massiv drüber aufgeregt. Dabei geht es hier gar nicht um seine Politkarriere, sondern primär um seinen Aufstieg als Geldmann in den 70ern und 80ern. Satirisch, dramatisch, abgründig ist das Ganze wohl allem voran auch ein Film zur Zeit. Aber da stecken wir ja eben auch drin.
Ganz unkontrovers, sondern einhellig geliebt wird auf Netflix »Drei Töchter« mit Elisabeth Olson und Carrie Coon. Den Regisseur Azazel Jacobs hab ich in der Pandemie lieben gelernt mit seinen intimen, tief menschlichen Indiedramen. Hier versammeln sich drei Töchter zur einst auseinandergedrifteten Familie wieder zusammen, als ihr Vater krank wird. Von da an entspinnt sich das, was Jacobs am besten kann: Die herzerwärmende Awkwardness zwischen uns Weirdos nach und nach ausleuchten. Freue mich drauf!
Reicht glaube ich, oder? Es gäbe noch paar nicht uninteressante kleine Kunstdramen und Deutsches, aber das Gegebene reicht glaube ich dicke für einen ersten echten Vereinsmonat. Ich bin leider eh schwerbeschäftigt mit der Viennale, aber ihr macht unserem VEREIN dann ja hoffentlich auch ohne mich alle Ehre, ne?
Küss die Hand
JFK-President
»The Apprentice«
In theaters 17th of October
Some will argue that Stan’s performance in the central role is a touch too likeable, but the actor does an excellent job, going beyond impersonation to capture the essence of the man. In a character study of a public figure both widely parodied and unwittingly self-parodying, Stan gives us a more nuanced take on what makes him tick.
David Rooney in The Hollywood Reporter

In theaters 31st of October
Splenetically hilarious for more than two hours before reality catches up with it in the film’s unforgettable final scene, “Anora” has next to nothing to do with romance, and almost everything to do with the kind of working-class heartache that a modern Hollywood studio would never even try to get right.
David Ehrlich in IndieWire

»Der Spatz im Kamin«
In theaters 10th of October
“The Sparrow in the Chimney” may be a crowded work, sparking and seizing with nervous energy, but there’s a mutually enhancing tension between the rough-and-tumble of the drama and the refinement of the filmmaking.
Less elusive and more heated than their first two features, this darkly engrossing psychodrama of pent-up domestic tensions should be an arthouse breakthrough for Switzerland’s gifted Zürcher brothers.
Guy Lodge in Variety

»The Room Next Door«
In theaters 24th of October
The Room Next Door, as driven by the scalding humanity of Swinton’s performance, lifts you up and delivers a catharsis. The movie is all about death, yet in the unblinking honesty with which it confronts that subject, it’s powerfully on the side of life.
Owen Gleibermann in Variety

»Joker 2: Folie à Deux«
In theaters 3rd of October
Though it ends up as strident, laborious and often flat-out tedious as the first film, there’s an improvement
Peter Brdshaw in The Guardian

In theaters 24th of October
Dahomey begins where Statues Also Die ended, wondering what remains of our identities when the things those cling onto suddenly disappear––then resurface from oblivion. To this, Diop offers no clear answers. But in the heart-shaking passion of that university debate, in those students’ resolute commitment to reappropriate their own narratives, she finds something rarer still: a snapshot of a generation for whom this isn’t just the story of a restitution. It’s a resurrection.
Leonardo Goi in The Film Stage

»The Beast«
In theatres 10th of October
The film’s true power stems from and speaks to our specifically present condition as people beset on all sides by the fears of our own imagination. By the trauma of something that already happened, or the terror of something that might.
David Ehrlich in IndieWire
