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»Drei Töchter«

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What’s most remarkable about His Three Daughters aren’t the performances. As you’d suspect, Coon, Moss, and Lyonne complement each other perfectly (although we should note this is without question the best work of Lyonne’s career). It’s the fact that Jacobs and cinematographer Sam Levy have crafted a drama that takes place almost entirely in one enclosed space and somehow avoided the dreaded claustrophobic aesthetic that makes one feel like they are watching a filmed play.

Gregory Ellwood in The Playlist
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Preview September

Vom Wetter her haben wir eigentlich schon wieder die Ausfahrt raus aus dem Sommerloch genommen und der Himmel ist wieder in sympathischem Asphaltgrau wie die Straße gen Astor. Aber von der Filmfülle sind wir noch immer tief drin. Um fair zu sein: Es sind ja auch noch Semesterferien (auch wenn fast niemand im JFK mehr studiert). Ergo bin ich auch noch überall und nirgendwo in der Weltgeschichte. Zum Glück habe ich aber auch die Hälfte der Filme schon gesehene. Also zwei.

Film Nummer Eins ist deutsch, aber mit türkischem und vor allem femininem Einschlag: »Ellbogen« hat Hazal zur Protagonistin, die zwar viel Temperament und Mut, aber wenig Zukunftsperspektiven hat. Die Ausbildungsplätze lehnen sie ab, ihre Mutter drängt sie zur Friseusenkarriere. Zur Volljährigkeit gönnt sie sich dennoch zum Durchatmen einen Abend Feiern in den Berliner Straßen. All der Frust entlädt sich jedoch in einer U-Bahn-Station, die zum Start eines völlig unverhofften Lebensweges wird. Aslı Özarslan verfilmt hier Fatma Aydemir (zuletzt bekannt für »Dschinns«) mit viel frischer Energie, egal ob bei Bildern, Sound und Nachwuchsdarstellerinnen. Ihr Coming-of-Age-Drama kann zu SXTN feiern, aber auch in stiller Bewegung Vogelgesang an einem Istanbuler Straßencafé lauschen. Eindrucksvolles Spielfilmdebüt, das auf der Berlinale zurecht viel Applaus bekam.

Ebenfalls bejubelt wurde im Berliner Februar »Favoriten«. Etwas ironisch, dass ich aus Wien nach Berlin gefahren bin, um einen Film über den Problembezirk meiner Heimat zu schauen. Ruth Beckermann, die wahrscheinlich wichtigste deutschsprachige Dokumentarfilmerin der Gegenwart, hat sich für ihre neuen Film in eine Grundschulklasse gesetzt und einfach mal zugeschaut. Ihr genauer Blick fängt all die Mikrodynamiken zwischen den Kindern ein, die Mühen der Lehrerin und die angespannte Ratlosigkeit der Eltern. Es ist ein Film über Bildung, Integration und andere strukturelle Themen, aber vor allem ist es ein Film über Kinder, bei denen es nicht um Niedlichkeit und Statistiken geht, sondern allem voran um ihre menschlichen Probleme. Und darum, dass sie einen katholischen Wiener Priester beim Ausflug trollen. Alleine für diese Szene ein Muss.WIEN!

Noch nicht gesehen habe ich »The Substance«, möchte ihn aber unbedingt endlich sehen. Der Film wurde in Cannes ziemlich in »Titane«-Manier gefeiert: Mutiges, feminines Genre-Gulasch-Kino mit einem Wettrennen aus in die Eingeweide gehenden Bodyhorror und die Augen an die Leinwand fesselnder Hypstilisierung. Dafür hat sich Demi Moore (»Ghost«) hergegeben, die hier als alternder Star (lol) über eine Schwarzmarktdroge zur Zellreplikation ihre Jungend wiederherstellen will. Und plötzlich ist da Margaret Qualley (»Kinds of Kindness«, »Drive-Away Dolls«, »Once Upon a Time… in Hollywood«). Und eine Auszeichnung für das Beste Drehbuch in Cannes!

Keine Auszeichnung, aber VIEL mehr Kontroversen gab es um »Megalopolis«. Endlich stellt Francis Ford Coppola (»Der Pate«, »Apocalypse Now«, »Bram Stoker’s Dracula«) sein neues Magnum Opus vor, indem ein dystopisches New York zum caligula-esken antiken Rom mutiert und zwischen architektonischer Megalomanie, Party-Hedonismus und eskalierendem Wahlkampf über Fortgang oder Ende der Zivilisation entschieden wird. Am Verhandlungstisch sitzen dabei unter anderem Adam Driver, Aubrey Plaza, Giancarlo Esposito, Shia LaBeouf, Jason Schwartzman, Jon Voight und Dustin Hoffman. Gelöschte Trailer, Set-Whistleblower, Reviews in alle Richtungen. Das dürfte eines DER Kinoereignisse des Jahres werden, wo der JFK natürlich nicht fehlen darf.

Wir gehen den Monat also von ganz klein zu ganz groß. Von Astor bis 3001 ist alles möglich, so streift also in die früher werdenden Nächte und macht euch warm für den heißen Endspurt zum Oscarrennen.

Küss die Hand

Seine kaiserliche Hoheit J. C.

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»Megalopolis«

In theatres 26th of September


With “Megalopolis,” he crams 85 years worth of artistic reverence and romantic love into a clunky, garish, and transcendently sincere manifesto about the role of an artist at the end of an empire. It doesn’t just speak to Coppola’s philosophy, it embodies it to its bones. To quote one of the sharper non-sequiturs from a script that’s swimming in them: “When we leap into the unknown, we prove that we are free.”

David Ehrlich in IndieWire
Wie LB sich fühlt, seit er einen Balkon im obersten Stockwerk hat.

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»The Substance«

In theatres 19th of September


An immensely, unstoppably, ecstatically demented fairy tale about female self-hatred, Coralie Fargeat’s “The Substance” will stop at nothing — and I mean nothing — to explode the ruthless beauty standards that society has inflicted upon women for thousands of years, a burden this camp-adjacent instant classic aspires to cast off with some of the most spectacularly disgusting body horror this side of “The Fly” or the final minutes of “Akira.”

David Ehrlich in IndieWire
Nathalie bereitet nach »The Substance« in der Filmpalast-Toilette ihr Make-Up vor, um noch in die »Joker 2«-Preview zu gehen.

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Preview August

Moinmoin,

Hauruck die Waschfrau, ihr hier oben habt Sommer? Diese lauwarme Suppe nennt ihr so? Naja, immerhin ist das Sommerloch auch dadurch nicht so schlimm.

Es kommt auch etwas aus den warmen Ländern gleich zu Anfang hergeweht: Ein israelischer Regisseur hat in einer georgischen Ko-Produktion ein Judo-Drama über eine Iranerin gedreht. Cool. wurde schon von Julia und Lua gesehen und sie haben ihn geliebt. In »Tatami« versucht die junge Leila nämlich beim größten Turnier der Welt ihrer Heimat die erste Goldmedaille heimbringen. Doch die Islamische Republik will den Sportsgeist keinen freien Lauf lassen und befiehlt dem Mädchen, mit Absicht auszuscheiden. Befehl ist Befehl. Aber Siegeswille ist auch Siegeswille. In eindringlichem Schwarzweiß stellt sich großes Schauspielkino hier gegen das iranische Diktat, erzählt also mit klassisch intensivem Sportfilm brennend aktuelles Politkino. Ein gewaltiger Publikumsliebling mit und in Co-Regie von Zar Amir Ebrahimi (»Holy Spider«).

Wir machen aber auch gleich weiter mit Exil-Iranerinnen, die den Saal erobern: Bei »Shahid« sind die Leute in der Weltpremiere in Berlin die Leute nicht nur deswegen ausgerastet, weil Crew und Cast in traditionell iranischen Stil auf die Bühne getanzt sind. Der Film selbst kam nämlich vollkommen aus dem Nichts. Erzählt wird autobiographisch die Geschichte der Regisseurin, die ihren Namen ändern lassen will. Doch da hat sie nicht mit den Mühlen der bayerischen Bürokratie gerechnet. Neben tausend Formularen wird unteranderem ein psychiatrisches Gutachten gebraucht, ob die Belastung durch den alten Namen so groß ist, dass er wirklich änderungsbedürftig ist. Wie gesagt: Das ist keine Satire, sondern Realität. Doch während dieser Plackerei stellt sich ihr selber immer weiter die Frage, warum ihr diese Namensänderung so wichtig ist und inwieweit sie damit die Verbindungen zu ihrer alten Heimat kappt. Und dann dreht sich der Film plötzlich auf immer höhere Meta-Ebenen hinter die Kamera. Ein beeindruckend kreatives Gesellschaftsdrama-Komödien-Musical-Experimentalessay über Familie, Flucht und Identität. In Berlin prämiert und als der originellste deutsche Film seit Langem jetzt schon stark in meine Jahresliste eingestiegen.

Hoch in allen anderen Rankings ist aktuell »Longlegs«. Überall heißt es, es sei DER Horrorschocker des Jahres, DER Serienkillerfilm seit »Schweigen der Lämmer« oder »Sieben«. Das Marketing ist clever nebulös und lockt mich alleine schon durch die kryptischen Bilder von Masken und Körpern, daher will ich hier auch gar nicht zu viel verraten. Alles, was ihr braucht und bei euch sowieso schon reicht: Nicolas Cage spielt den titelgebenden Killer. Hab total Bock.

Ziemlicher Underdog des Monats ist wohl »The Dead Don’t Hurt«. Ein Westerndrama mit Vicky Krieps (»Der seidene Faden«, »Corsage«) und Viggo Mortensen (»Herr der Ringe«, »Green Book«, »Crimes of the Future«), das auch noch VON Herrn Mortensen selber inszeniert wurde. Im Nevada der 1860er versuchen eine Franco-Kanadierin und ein Däne fußzufassen, doch der amerikanische Cocktail von Bürgerkrieg, Korruption und ewigem Staub machen den Neuanfang nicht einfach. Impressionistisches Charakterkino mit Cowboyhüten, Pferden und einem prächtigen Schnurrbart-Viggo.

Vier sehr unterschiedliche kleine Filme machen doch einen soliden Sommermonat. Wenn die Filme euch zu klein sind, könnt ihr auch in »Borderlands« gehen, da gibt es immerhin Cate Blanchett. Aber für unseren Kinoklub sah ich mich in der Pflicht, eher das vorzustellen, was nicht eh die Gamerboyz and -girlz auf dem RGB-beleuchteten Second-Screen haben.

Man sieht sich beim Sommertreffen! Danke an Julia!

Euer heimkehrender Kaiser

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»Tatami«

In theatres 1st of August| @Abaton


Leila’s success is a problem for the Iranian government since it means that she may go on to face an Israeli fighter in the final. The regime sees it as humiliating for Iran to potentially lose to Israel, so decides to eliminate any possibility of this happening by ordering Leila to either withdraw under a pretext, or deliberately throw a less politically fraught match, before reaching that stage in the contest. This directive initially comes in the form of a terse phone-call with coach Maryam, but as Leila ignores this pressure and progresses further in the tournament, descends to in-person threats against family members back in Iran.

Catherine Bray in Variety
»Twin Peaks« S2 E22
https://youtu.be/VVk88-_S-4s?si=zHbzcY5eEF19vguL
Trailer zu »Tatami«
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»Ein kleines Stück vom Kuchen«

In theatres 11th of July| @Scala


As well as everything else, this wonderfully sweet and funny film will contribute to the debate about whether repressive regimes are the nursery of artistic greatness. The Iranian government has prevented the film’s two directors, Maryam Moghaddam and Behtash Sanaeeha, from travelling to Berlin to attend their own premiere; six months ago, their production offices were raided and computers and hard drives confiscated. But, fortunately, the police couldn’t find the film itself, whose gentle humanity is a compelling rebuke to this fatuous, clumsy repression.

Peter Bradshaw in The Guardian
Jasmin und Felix. Kuchen anscheinend schon gegessen. Bereits abgewaschener Teller jedenfalls schon im Regal.
https://youtu.be/xuyyeSmeu6Y?si=wuHsvOUBuM3ibchv
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»Kinds of Kindness«

In theatres 4th of July| @Scala


Lanthimos’s unwavering, matter-of-fact style embodies the unquestioning nature of his characters. And while the internal logic of his controlled worlds feels ironclad, it never really is. The filmmaker’s precision is a ruse, a magic trick designed to make us think one thing while quietly building a case for its opposite: the reality that none of this makes any sense.

Bilge Ebiri in New York Magazine
Julia (links) einfach wie immer, LB (im Auto, Mitte, wie immer) und Lisa (rechts, Schleudertrauma, wie immer)
https://youtu.be/NGOL2_mI9Hw?si=R4KIYUa2_KJhoNpu
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»MaXXXine«

In theatres 4th of July| @Abaton


If nothing else, the dazzling finale feels like a hyperviolent ‘80s period piece tailor-made For the Girls. It delivers some of the series’ most extreme kills as well as its best uses of glittery costumes, bloody testicles, and feminist subversion for a whirlwind joy ride that doubles as a societal lambasting.

Alison Foreman in IndieWire
Joris bei Heimkehr aus Wien.
https://youtu.be/y0uS3t6nFgY?si=jSLqMvYMt82p3_yV
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»Hit Man«

In theatres 4th of July| @Abaton


That Glen Powell is a gem of an actor is nothing new, but twenty years into his career, and after stealing the show in a bunch of films and series, we can all finally stop praying for him to get a leading role worthy of his talents.

Hit Man finds both comedy and refuge in the elusive nature of identity and acts as a balm in our confusingly performative, deeply unsexy times.

Elena Lazic in The Playlist
Joris träumt, es öffnen sich drei Stufen der Irrealität: Er sieht aus wie Glen Powell (dabei ist er doch hotter), an seinen nackten Rücken schmiegt sich eine nicht minder Nackte (meldet euch jetzt in den DMs) und er liegt in einer Badewann (ich weine in meiner winzigen Wohnheimdusche, bitte helft mir).
https://youtu.be/9a7C7Bxsm90?si=YMAsNqzgfAz3IHVx