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Türchen 24
Das Schöne an Weihnachten ist ja, dass es verlässlich jedes Jahr wieder kommt. Und genauso verlässlich wiederkehrend in diesem Kalender ist Alice Rohrwacher. Schließen will ich mit ihrem oscar-nominierten Kurzfilm »Le Pupille«. Diese zauberhafte kleine Weihnachtsfabel entführt uns in ein katholisches Mädcheninternat, wo die kleinen Schülerinnen zwischen Krippenspiel und Kommunion große Augen bei einem großen roten Kuchen machen. Was es mit diesem großen roten Kuchen auf sich hat und wie die kleinen rebellischen Mädchen an ihn ran kommen wollen, das könnt ihr ganz einfach auf DisneyPlus erfahren. Und seht: Ich habe den Kalender mit einem echten Weihnachtsfilm beendet! Ich hoffe,…
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Türchen 23
Nachdem man das Jahr und auch einen Großteil der Adventszeit in allen Eckend er Landkarte verlebte, zieht es einem zum Fest wieder zurück in die alte Heimat. Für einige Leser dürfte dies der sowieso immer kühle Norden sein. Heiß her geht es aber in einigen Ecken der Hanse-Metropole Hamburg. Dies zeigt auch der herrliche Dokumentarfilm »Heiligabend auf St. Pauli« vom Kamera-Veteranen Klaus Wildenhahn. Für einen Abend taucht er mit uns in den Kneipensuff der späten 60er ein, der auch und gerade am heiligen Abend keine Nüchternheit findet. Dabei entdeckt man aber allerlei Ernüchterndes… Ein Zeit- und Stimmungsporträt der Bundesrepublik, wie…
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Türchen 22
Mein Vater hat mich damals, als wir bei unserem Weihnachtstreffen »Explosion des Schweigens« guckten mehrmals mit diesem Blick fragend-genervter Skepsis angeguckt und gestöhnt: „Ein Weihnachtsfilm?“. Doch ein Junger Film Klub e. V. lässt sich von derartigem Genörgel alter weißer Männer nicht beirren. Dieser kaltschnäuzige Hardboiled-Gangsterthriller gibt der Weihnachtsbeleuchtung nicht nur einen stimmungsvollen Noir-Effekt, er spielt rein faktisch an Weihnachten! Sein desilusionierendes Bild eines festlich verkleideten New Yorks spielt sich deswegen so effektiv aus, weil diese Perle des US-Genrekinos ihre Schauplätze wie kaum ein zweiter Film zu nutzen weiß. Zwischen Zuggleisen, muffigen Wohnungen mit Rattengequiek und ranzigen Gassen muss sich ein…
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Türchen 21
In Ingmar Bergmans »Licht im Winter« steht ein Pastor an seiner Kanzel und predigt. Die Kirche ist aber fast leer. Wie das eben nun einmal so ist, wenn nicht gerade Weihnachten die schlechten Gewissen der Kirchenbuch-Einträge aufweckt. Nur vereinzelte Seelen verirrten sich zum kühlen Stein des Gotteshauses. Eigentlich lohnt es kaum. Draußen bläst der Schnee. Der Pastor zweifelt. Nicht nur am Gottesdienst. Nicht nur an sich selbst. Überhaupt an allem. An den Menschen. An Gott. Bergman malt hier mit seinem Kameramann Sven Nykvist einen der kältesten Schwarzweiß-Filme, der je die Leinwand erzittert hat. Und das liegt nicht am schwedischen Schnee,…
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Türchen 20
Wir kehren vom äußeren Osten zurück, doch musste schon Napoleon merken, dass der Rückzug aus Russland lange dauert. Wir machen einen Zwischenhalt in der Tschechoslowakei, wo der Deutsche aber für die Weihnachtszeit gemeinhin gerne innehält. »Drei Haselnüsse für Aschenbrödel« ist immerhin so etwas wie nationales Kulturgut. Böhmen besetzen hat Tradition. Doch während sich viele Märchenfilme der zensierten Avantgardisten wie dieser halbwegs handhaben lassen, so bleibt František Vláčils »Marketa Lazarova« unzähmbar. Sein Märchen ist etwas grimmiger, da er das Mittelalter ernst nimmt. In den Wirren verfeindeter Burgen wird ein Mädchen entführt, die titelgebende Marketa. Der Raub dieses Kindes wird das Fass…
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Türchen 19
Für Türchen 19 reisen wir erneut zu Mütterchen Russland, diesmal aber tief, wirklich wirklich tief in ihren Schoß hinein. »Ein Brief, der nie ankam« erzählt von einer Geologen-Gruppe auf der Suche nach Diamanten im Herzen der sibirischen Taiga. Doch ist die Suche nach den Edelsteinen mühsam. Bald wissen sie nicht mehr nur nicht, wo anfangen, sondern auch nicht, wo sie anfingen. Sie verirren sich in den kargen Weiten von Tümpeln, Bäumen und wehendem Schnee. Vorne und hinten verwirren sich, links und rechts, oben und unten, außen und innen. Michail Kalatosow hat hiermit ein visuelles Wunderwerk geschaffen, dass sicher zu dem…
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Türchen 18
Zwischen all den exzentrischen Geheimtipps braucht es auch echte Weihnachtsklassiker. Das Problem: Sie darf trotzdem niemand aus der Leserschaft kennen. Doch sind die nationalen Mauern selbst zum Nachbarn so stark, dass man einen der größten Weihnachtsaltklassiker Frankreichs hierzulande nicht kennt. Gut, »Mord am Weihnachtsmann« ist aber auch, wie der Titel es schon vermuten lässt, nicht der übliche Feiertagsfamilienfilm. In einer keinen schneeverträumten Gemeinde in Hochsavoyen passieren auch höchst unweihnachtliche Dinge. Geistliche werden niedergeschlagen, Reliquienringe verschwinden und schließlich, man mag es kaum glauben, erwischt es sogar einen alten Bärtigen in rotem Mantel. Was treibt da sein Unwesen in der Winternacht? Die…
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Türchen 17
Als ich diesen Film hier eines Heiligabends sah, kam meine Mutter ins Zimmer, starrte mich verstört an und schloss die Tür wieder. Larissa Shepitkos »The Ascent« ist sicher das Gegenteil eines wohligen Weihnachtsfilms, bei dem man entspannt den After-Eight-Schokonikolaus in den Glühwein tunken kann. Doch mit wenigen Filmen verbinde ich so sehr den sich auf allem absetzenden Schnee, den sich in alles fressende Frost, den alles verschlingenden Winter. Zwei Sowjet-Partisanen stolpern durch das trübe Weiß ihres im Zweiten Weltkrieg versinkenden Landes auf der Suche nach Nahrung, denn der Hunger droht sie ohne Übertreibung umzubringen. Doch kaum noch bei Kräften oder…
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Türchen 16
»Someone to Love – Ein Tag für die Liebe« verbinde ich eigentlich mit einem anderen Feiertag, als ich ihn an einem Valentinstag anfing, dann gekorbt wurde und im Anschluss fertigguckte. Doch Weihnachten ist ja auch das Fest der Liebe und selten ging es so viel um Liebe wie in diesem eigentümliche Stück Film vom leider etwas vergessenen Indie-Künstler Henry Jaglom. Jaglom spielt hier im Wesentlich selbst und lädt in einer Art semipermeablen Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm einen Haufen Leute in ein verlassenes Theater ein, um sie über das zu befragen, was auch viele von uns wohl dieser Tage noch…
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Türchen 15
Jajaja, ich höre sie schreien: Mann Joris, der Adventskalender ist gar nicht weihnachtlich! Nur Kindsmörder, Exorzismen und mediterrane bis tropische Länder. Ist gut, ist gut, hier bekommt ihr euer Weihnachten, zumindest einen kleinen Vorgeschmack. Der heutige Kurzfilm heißt nämlich ganz simpel: »Weihnacht«. Roland Klick, der unterschätzsteste Genrefilmer der Bundesrepublik, hat Anfang der 60er das Weihnachtsfieber einer deutschen Metropole auf Film gebannt. Das wilde Treiben schaut er sich hier aus den unschuldigen Augen eines Kindes an, wodurch alles nur noch größer, noch näher, noch wusliger, noch erstaunlicher wird. Tanzende und klatschende Puppen starren einem ins Gesicht, Schaufenster platzen voll potentieller Geschenke,…